Wendelinskirche zu Schnait

St. Wendelin, der Namenspatron unserer Kirche

Von welcher Seite man sich auch Schnait nähert, stets sticht einem die evangelische Kirche ins Auge. Das liegt nicht am Turm (der bringt es gerade auf 22 m Höhe), sondern an der günstigen Lage auf einem Hügel in der Dorfmitte. Die alten Schnaiter haben den Standort für ihre Kirche gut gewählt.

“Snait" wird zum ersten Mal im Jahr 1238 erwähnt. Die Anfänge des Ortes sind wohl in einem Hof des Klosters Adelberg zu suchen. Vermutlich stand an der Stelle der heutigen Kirche eine romanische Kapelle, die zu diesem Hof gehörte. Der Turmunterstock, das heutige “Läuterhäusle", dürfte der Turmchor dieser Kapelle gewesen sein.

Um 1500 bauten dann die Schnaiter eine neue Kirche. Der heutige Turm zeugt noch von diesem spätgotischen Gebäude, ebenso die Sakristei als Teil des ehemaligen Chores. Auch die Maßwerkfenster zu beiden Seiten des Hochaltars sind Reste jener alten Kirche. Geweiht war sie nach alter Überlieferung “Unserer lieben Frau" - also der Maria - und “Sanct Wendelin". Von Wendelin wird erzählt, er sei ein irisch-schottischer Prinz gewesen. Sein Glaube an Jesus habe ihn dazu gebracht, auf allen weltlichen Glanz zu verzichten. Er sei nach Rom gepilgert und habe dann schließlich im Saarland als Hirte und frommer Einsiedler, später als Vorsteher eines Klosters gelebt. Von der Landbevölkerung wurde er hoch verehrt. In manchem Dorf- und offenbar auch in Schnait - ist der volkstümliche Heilige Kirchenpatron geworden.

Im Lauf der Zeit wurde das mittelalterliche Kirchlein baufällig und für die wachsende Schnaiter Gemeinde zu klein. Seit 1667 finden sich Pläne für eine Vergrößerung oder gar einen Neubau der Kirche. Die finanzschwache und zudem immer wieder durch ausgefallene Weinherbste arg mitgenommene Gemeinde konnte jedoch lange nicht an die Ausführung ihres Vorhabens gehen. Erst während der Amtszeit des Pfarrers Rast konnte die alte Kirche 1747 abgebrochen und eine neue fertiggestellt werden.

An den stehengebliebenen Turm wurde 1748 eine sogenannte Predigtsaalkirche angebaut. Dieser Kirchbautyp entspricht ganz der evangelischen Hochschätzung des gepredigten Gotteswortes. Wo die Predigt das Entscheidende ist, kann auf einen Chor (separater Kirchenraum für den Altardienst der Geistlichen) verzichtet werden. Wichtig ist statt dessen, dass in dem großen, rechteckigen Kirchenschiff mit seinen geräumigen Emporen viele Predigthörer Platz finden. Im Blickfang an der Ostwand steht die Kanzel; vor ihr, auf der Längsachse des Predigtsaals, Altar und Taufstein. So wird sinnfällig: Wort und Sakrament stehen in der Mitte.

Lange Zeit hatte die Kirche noch zwei weitere Emporen: eine unter der Kirchendecke auf der Westseite (1776 eingebaut); eine weitere über der Kanzel diente als Orgelempore. Beide Emporen wurden 1933 entfernt. So konnte über der Kanzel der Hochaltar angebracht werden. Die Orgel fand auf der (unteren) Westempore Platz.